Fujifilm X-Pro 1 – Ein Erfahrungsbericht

Seit etwa einem halben Jahr bin ich stolzer Besitzer eine spiegellosen Systemkamera. Der Fujifilm X-Pro 1. Wie ich mich mit der Kamera verstehe und ob sie mich begeistert habe ich hier in einem kleinen Erfahrungsbericht zusammengefasst. Ganz bewusst habe ich dabei auf technische Details und Testcharts verzichtet. Es gibt im Netz genügend Portale die damit besser umgehen können als ich. Außerdem halte ich nicht viel von prozentualen Vergleichswerten, Auflösungsdiagrammen und immergleichen Testbildern. 😉 In diesem Blogeintrag soll es lediglich um einen allgemeinen Erfahrungsbericht gehen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Durchlesen! 🙂

_K1A9619Verheißungsvoller Name: Die Fujifilm X-Pro 1

Die Suche beginnt…

Schon lange vor dem Kauf hatte ich immer wieder zu den „kleineren“ Kameramodellen hinüber geschielt. Ich liebe meine beiden großen Vollformat-DSLR’s. Sie sind absolut zuverlässige Arbeitstiere und lassen in Verbindung mit entsprechenden Linsen so gut wie keine Wünsche offen. In gewissen Situationen haben sie allerdings einige entscheidende Nachteile:

  • Sie sind groß
  • Sie sind schwer
  • Sie erregen „Aufmerksamkeit“

Ich machte mich also auf die Suche nach einer kleinen, kompakten Kamera, die allerdings gewisse Voraussetzungen erfüllen musste:

  • Sie soll logischerweise klein & handlich sein
  • Der Kamerasensor sollte über eine überdurchschnittliche Bildqualität verfügen
  • Objektive sollten austauschbare Festbrennweiten sein und eine exzellente Abbildungsleistung besitzen
  • Sie sollte sich manuell bedienen und einstellen lassen können

Alle die sich mit diesem Kamerasegment beschäftigen wissen, dass die Auswahl bis vor einiger Zeit nicht allzu groß war. Ich landete also schnell bei Leica. Schließlich wäre ja ein Vollformat-Sensor ganz nett. Dass eine Leica M9 mit entsprechenden Objektiven schnell ins Reich der unerreichbaren Träume wanderte brauche ich sicherlich nicht weiter erläutern. Die Anschaffungspreise sprengen mein Budget um ein Vielfaches. 🙁

Durch Zufall und einigen Recherchen im Netz landete ich bei Fujifilm und seinem X-System. Die X-Pro 1 war schon eine Weile auf dem Markt. Inzwischen hatte der Hersteller einen interessanten Objektivfuhrpark für die Kamera im Angebot. Leider besitzt die Fuji X-Pro 1 keinen Vollformat-Sensor und auch die ersten Erfahrungsberichte einiger Nutzer schreckten mich ab. Gerade das Autofokussystem schien nahezu unbrauchbar zu sein. Ich nahm also erst einmal wieder etwas Abstand. Allerdings sollte sich das bald ändern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern scheint Fuji wirklich seine Hausaufgaben in Sachen Nutzerfreundlichkeit zu machen. Die extremen Autofokusprobleme der Systemobjektive ließen sich mit einem Firmware-Update beheben. Das entsprechend positive Feedback einiger Nutzer ließ nicht lange auf sich warten. Ein weiter Preisrutsch bei meinem Lieblingsfotoequipmentdealer Calumet ließ mich dann endlich zuschlagen und im Sommer 2013 stand sie dann endlich auf meinem Tisch. 🙂

Die Verpackung der Kamera ist äußerst hochwertig und edel. Das Unboxing hatte etwas von einem Apple-Produkt. Mit im Gepäck war das FUJINON XF 18mm F2 R, einige Zeit später gesellte sich noch das FUJINON XF 35mm F1.4 R. mit hinzu. Mit beiden Objektiven habe ich die Kamera nun einige Zeit im Einsatz gehabt und bin von allen sehr angetan.

Die Komponenten bestitzen eine wertige und stabile Metallhülle. Auch bei den Objektiven hält sich der Einsatz von Kunststoff in Grenzen. Selbst die eigenwillig geformte Gegenlichtblende ist aus Metall. Das alles vermittelt eine hohe „Wertigkeit“ und man hat keinesfalls den Eindruck eine billige „Kunststoffknipse“ in der Hand zu haben.

Kamera und Objektive wurden noch mit der Firmwareversion 1.0.0 ausgeliefert. Ich führte also gleich einen Vergleichstest durch und kann den Eindruck von anderen Nutzern nur bestätigen. Mit der alten Firmware ist der Autofokus bei bewegten Motiven nicht in der Lage auch nur ein brauchbares Bild zu liefern. Die entsprechenden Firmware-Updates änderten diesen Eindruck jedoch recht schnell. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit ging es mit der Kamera in die ersten Einsätze.

 

 

_K1A9611

Dezentes Auftreten in edlem Schwarz: Die Fujifilm X-Pro1 mit dem Fujinon XF 35mm F1.4R

Stärken & Schwächen:

Die X-Pro 1 ist meine erste Systemkamera. In dem ersten halben Jahr habe ich das gute Stück nun zu verschiedensten Zwecken eingesetzt und bin nachwievor sehr begeistert. Sie ist leicht, klein, unauffällig und findet auch in einer kleinen Tasche Ihren Platz. Wirklich klasse ist ihr Bedien- und Menükonzept. Auf dem Display finden sich immer alle wichtigen Einstellungsoptionen so dass man sich nicht erst durch komlizierte Untermenüs wühlen muss. Ein echtes Highlight ist die Kombination aus optischen und digitalem Sucher. Auf der Vorderseite befindet sich ein kleiner Hebel mit dem man zwischen beiden Suchern hin- und herschalten kann. Die Rohdatenbilder des X-Sensors haben einen gewissen Charme, den ich sehr mag. Selbiger lässt sich wunderbar in der Nachbearbeitung hervorheben. Neben all der Technik ist für mich auch das subjektive Gefühl beim Fotografieren sehr wichtig. Auch hier punktet für mich die X-Pro 1. Sie fühlt sie sich irgendwie „gut“ an. Man schöpft schnell Vertrauen in dieses Gerät und seine Optiken. Somit kann man sich beim Fotografieren voll und ganz auf das konzentrieren, was vor der Kamera liegt. 🙂

Man muss Fuji auch ein großes Lob für das gesamte System ausprechen. Der Objektivfuhrpark ist beachtlich und wird ständig erweitert. Die Firmware-Pflege ist wirklich vorbildlich. Mit jedem Update wurden bisher grundlegende Funktionen hinzugefügt, die andere Hersteller nur den Nachfolgemodellen vorenthalten würden. Somit ist es mit der aktuellen Firmware endlich möglich die untere Belichtungszeit im Auto-ISO-Modus zu begrenzen. Die Abbildungsleistungen des Sensors und der Optiken sind ebenfalls beeindruckend.  Selbst im High-ISO-Bereich kann diese Kamera immer noch mithalten. Irgendwann gerät sie zwar an ihre Grenzen aber man darf nicht vergessen, dass es sich um eine Systemkamera und nicht um einen Vollformat-Boliden handelt.

 

Wo viel Licht ist, ist natürlich auch immer Schatten.

Auch wenn Fuji mit seinen Firmware-Updates kontinuierlich nachbessert, die größte Schwäche dieser Kamera ist und bleibt der Autofokus. Wenn es hektisch wird, gerät diese Kamera schnell an ihr Limit. Völlig unbrauchbar ist m.M. der manuelle Fokus. Kleinere Schwächen findet man außerdem im Gehäusedesign. Warum man den SD-Karten-Slot ins Batteriefach integriert hat, erschließt sich mir nicht. Das Stativschraubengewinde, dass außerhalb der optischen Achse liegt ist ebenfalls ein No-Go. Schade ist auch, dass die Kamera nicht über einen elektronischen Fernauslöser betätigt werden kann.

Viele Nutzer bemängeln die zu geringe Akkulaufzeit. Da ich nicht zu den Powerknipsern gehöre die ihre Kamera ständig am Anschlag haben, kann ich das weder bestätigen noch aus der Welt räumen. Wirklich schade ist, dass  es sich nicht ein Vollformatsystem handelt. Wenn man sich das Design der Objektive ansieht, wird das wohl auch niemals Wirklichkeit werden. Wobei das allerdings Jammern auf hohem Niveau ist, denn der X-Sensor den Fuji einsetzt hat es wirklich in sich.

 

Fazit

Ich finde die momentane Entwicklung bei den spiegellosen Systemkameras extrem spannend und vielversprechend. Ob sie den DSLR’s in einiger Zeit den Rang ablaufen wie viele behaupten bleibt abzuwarten. Trotzdem ist die momentane Leistung dieser Kameras schon beeindruckend. Ob die Anschaffung einer solchen Kamera sinvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Ersatz für eine Spiegelreflexkamera sind sie meines Erachtens nicht. Sie eignen sich allerdings als hervorragende Reise- und Immer-Dabei-Kamera, die dem Nutzer noch genügend kreativen Spielraum beim Fotografieren lassen. 🙂

 

Einige Beispielbilder seht ihr übrigens hier:

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_DSF2646-Bearbeitet_DSF1350_DSF1504_DSF1771

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1 kommentar
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  • Andreas29. Januar 2014 - 21:55

    Schöner Erfahrungsbericht . Mir ging es ähnlich , von Nikon Vollformat zu Fuji XE 1 . Mal schauen , vielleicht hat sich irgendwann das Autofokusproblem erledigt .
    Grüße Andreasantwortenabbrechen