Langzeitbelichtungen am Meer

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Langzeitbelichtungen gehören schon lange zu meinem Repertoire. Wenn ich am Meer bin versuche ich eigentlich immer einige Aufnahmen zu machen. Aber was ist eigentlich eine Langzeitaufnahme und wie bekommt man die am besten hin? In diesem Blogeintrag möchte ich ein bisschen darüber berichten:

_K1A0036_K1A0017Im Grunde sagt es der Name ja bereits: Es handelt sich bei Langzeitbelichtungen um Aufnahmen, die über einen „längeren“ Zeitraum als normal getätigt werden. Wer bei Tageslicht eine Landschaftsaufnahme macht, fotografiert in der Regel mit einer Belichtungszeit, die weit aus kürzer als 1 Sekunde ist. Meine Aufnahmen wurden über einen Zeitraum von ca. 2-3 Minuten getätigt. Damit das Bild dabei nicht überbelichtet wird, benötigt man einen Graufilter. An dieser Stelle möchte nicht näher auf die technischen Dinge eingehen. Nur soviel: Bei allen Aufnahmen hatte ich den „Big Stopper“ von LEE und einen Grauverlaufsfilter im Einsatz. Das Equipment ist immer nur das Eine. Man muss auch wissen was man damit erreichen kann. Beim Fotografieren sollte man sich IMMER auf das konzentrieren was vor der Kamera liegt. Nur dann bekommt man das Ergebnis das man haben möchte.

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 Fangen wir also an:

Was geschieht mit dem Motiv wenn ich einen Graufilter benutze?

Durch die lange Belichtungszeit verändern sich am Meer folgende Dinge: Die Bewegungen des Wassers verschwinden. Gleichzeitig werden die Bewegungen der Wolken am Himmel sichtbar. Wir stellen also alles einmal auf den Kopf. 🙂 Dadurch bekommen die Bilder einen „mystischen“ Look. Hinzu kommt, dass sich JEDER Graufilter auf die Farben im Bild auswirkt. Der Filter von LEE verstärkt z.B. die Blauanteile, während andere Modelle oft einen starken Magentastich ins Bild bringen. Im RAW-Konverter lässt sich das oft gut korrigieren. Man kann diesen Effekt aber auch für sich nutzen und dadurch einen gewissen Look kreieren.

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Wer ein Weitwinkel-Objektiv benutzt wird feststellen, dass bei Langzeitbelichtungen eine starke Vignettierung auf den Bildern zu sehen ist. Auch DAS kann man durchaus positiv für sich nutzen. Das Auge des Betrachters orientiert sich nämlich immer vom dunklen zum hellen Teil des Bildes. Man wird dadurch praktisch durch das Bild „geführt“ was dazu führt, dass die Verweildauer beim Betrachten viel höher ist.

Ich rate grundsätzlich davon ab, allzu technisch an so eine Aufnahme heranzugehen. Man kann mit dem Taschenrechner neben der Kamera stehen und die korrekte Belichtungszeit ausrechnen. Nach dem Histogram zu fotografieren ist aber VIEL sinnvoller. Eine korrekt belichtete Aufnahme ist in der Nachbearbeitung viel leichter zu händeln.

_K1A9764_K1A9779_K1A9897_K1A9903_K1A9912_K1A9916_K1A0094Die spannendsten Ergebnisse erhält man immer, wenn man anfängt zu experimentieren. Landschaftsfotografen müssen ja für gewöhnlich früh aufstehen oder lange wach bleiben. In der Mittagszeit sind die Lichtbedingungen meistens sehr ungünstig. Das es aber auch anders gehen kann zeigen die folgenden Aufnahmen. Die folgenden Bilder sind alle in der Mittagszeit entstanden.

Manchmal muss man Regeln einfach brechen. 🙂

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