New York, New York – Eine Reise zum Big Apple

New York Dominik Neesen

Das Empire-State-Building in der Abendsonne

„Hey Dominik, schreibst Du zu New York auch wieder Reiseberichte oder ’nen Blogeintrag?? Gibt’s noch weitere Bilder zu sehen??“

Fragen wie diese haben mich gerade in letzter Zeit häufiger erreicht und das hat mich doch sehr überrascht! Eigentlich wollte ich zu New York gar nichts schreiben bzw. veröffentlichen. Meine Reise nach New York hatte auch eigentlich keinen fotografischen Hintergrund. Diese Stadt ist von so vielen guten Fotografen fotografiert worden, dass ich von Anfang an nicht den Anspruch hatte, hier eine NEUE Sichtweise zu zeigen. Außerdem scheint seit „Sex & the City“ jeder Zweite ein New York-Experte zu sein. (Ganz gleich ob man schon mal vor Ort war oder nicht.)

Aber im Ernst: Es gibt wohl keinen Menschen auf der Welt, der diese Stadt nicht kennt und auch nicht weiß, wofür sie steht.  Es ist für viele ein Sehnsuchtsort und die Stadt, die niemals schläft. Wenn man es hier schafft, dann kann man es angeblich überall schaffen.

Die zweite Frage die mir jedes mal gestellt wurde war, warum um alles in der Welt ein Natur- und Landschaftsfotograf ausgerechnet zum „Big Apple“ reist?? Vielleicht fange mit dieser Frage einfach mal an:

Zwei meiner größten Ziele waren es, einmal eine große und bedeutende Metropole zu besuchen, sowie einmal in die Vereinigten Staaten von Amerika zu reisen. Weniger aus fotografischer Sicht, sondern eher aus persönlichen Interesse. Ich gebe zu, dass ich mich in großen Städten schnell unwohl fühle und mein persönliches Verhältnis zu den USA ist auch eher „ambivalent“. Ich mag aber auch Herausforderungen und versuche mich immer mal wieder meiner eigenen Voreingenommenheit zu stellen. Einige weitere Zufälle sorgten dafür, dass New York auf meinem Radar erschien und so buchte ich nach einiger Recherche im örtlichen Reisebüro einen Flug nach New York sowie ein Hotelzimmer in Midtown.

Die Anreise verlief etwas holprig. Ein ausgefallener Zug, der nicht anwesende Shuttleservice vom Flughafen Newark nach Manhattan nervten etwas. Ein Rohrbombenattentat am Vortag in New York sorgte ebenfalls für ein mulmiges Gefühl bei der Einreisekontrolle. Bei meiner Ankunft machte New York auf mich verständlicherweise einen äußerst nervösen Eindruck. Die Stadt schien mit Cops regelrecht vollgestopft zu sein. Der Attentäter war immer noch auf freiem Fuß und die Spuren des Anschlags waren einige wenige Häuserblocks von meinem Hotel noch deutlich zu sehen. Zum Glück machten die Ermittlungsbehörden ihren Job und der Täter wurde schnell gefasst. Die New Yorker beruhigten sich wieder und die Stadt begann mir ihr scheinbar gewohntes Gesicht zu zeigen.

Ich bin nicht der allergrößte Reisefreak und ich bin mir sicher, dass die meisten meiner Leser schon mehr Orte auf dieser Welt gesehen haben als ich. Trotzdem bin ich mir sicher, dass keine andere Stadt mit New York zu vergleichen ist. Hier ist alles einfach 3 Nummern größer, mächtiger, lauter, imposanter, dreckiger und gleichzeitig schöner. New York ist ein gewaltiges Kraftpaket, welches seinen Besuchern einen enormen Energiestoß versetzt. Es ist berauschend, ansteckend und faszinierend. Man hat schnell das Gefühl, das in dieser Stadt alles möglich ist. Nichts steht hier still. Alles ist permanent in Bewegung und in einem dauerhaften Fluss. Egal wo man sich aufhält, man ist umgeben von Dingen, die man sonst nur aus Filmen oder von Fotos kennt. Das Empire-State-Builiding und die vielen, vielen anderen markanten Gebäude, die 5th Avenue und der Broadway, der Central Park und vieles, vieles mehr.

New York ist ein Ort der absoluten Extreme. Normalität oder Durchschnitt sind hier unerwünscht. Genau das ist es aber auch, was auf Dauer ziemlich anstrengend sein muss. Ein Blick in die Gesichter der New Yorker spricht manchmal Bände. Die Stadt ist für mich wie eine große Blase. Die Menschen die darin leben, nehmen nur ihre unmittelbare Umgebung war. Mit etwas anderem könnten sie sich vermutlich auch gar nicht beschäftigen, da diese Stadt sie permanent unter Dampf stehen lässt. Trotzdem sind die New Yorker nett und in stets hilfsbereit. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass man sich in dieser Stadt in gewisser Weise umeinander kümmert. Einer nervös wirkenden Frau, die auf Grund einer ausgefallenen Linie 6 ratlos vor dem Plan des U-Bahn-Netzes steht, wird sofort Hilfe angeboten. Der apathisch auf der Treppe liegende Drogenjunkie wird aber konsequent ignoriert. Womit wir wieder bei den Extremen wären…

New Yorks Museen haben mich mit am meisten beeindruckt. Das Metropolitan Museum of Art, das Solomon R. Guggenheim Museum oder das Museum auf Modern Art sind ein absolutes MUSS! Daneben gibt es natürlich noch unzählige weitere Ausstellungen. Wer sich für Fotografie interessiert, der sollte sich nach der Photoville-Ausstellung in der Nähe des Brooklyn-Parks erkundigen. Unter der gleichnamigen Brücke werden in alten Schiffscontainern Arbeiten von diversen Fotografen ausgestellt. Viele der Künstler sind auch anwesend und geben bereitwillig Auskünfte über Ihre Arbeiten.

Wenn Manhattan zu anstrengend wird, dann sind der Central-Park oder Coney-Island willkommene Rückzugsorte. Sie bieten ein wundervolles Kontrastprogramm zur sonst so hektischen Stadt. Coney-Island ist gerade am Morgen ein echter Genuß. Der Centralpark mit seinen vielen und wirklich extrem guten Straßenmusikern sowieso.

Hotspots wie eine Überfahrt nach Liberty-Island oder Ellis-Island lohnen sich alle Male. Das Gleiche gilt für die vielen Aussichtsplattformen, wie Top of the Rock oder dem Empire-State-Building. Wobei ich dem Top of the Rock immer den Vorzug geben würde. Die Amerikaner wissen einfach, wie man etwas anständig präsentiert. Alles ist immer irgendwie mindestens „amazing“, wenn nicht sogar „absolutely awesome“. Mir hat das am Ende doch gefallen, da all die ganzen Führungen oder Audio-Guides am Ende nie langweilig oder öde wurden. Diese eingebaute Begeisterungsfähigkeit hat einfach was und ich würde mir wünschen, wenn sich davon auch etwas in Europa ansiedeln würde.

Die New Yorker sind für gewöhnlich freundlich, aber auch sehr ungeduldig. Wenn man mehr als 1 mal nachfragen muss, verziehen sie schnell ihr Gesicht. Verständlich, denn ihr Leben läuft definitiv nach einer anderen Uhr. An den oberflächlichen Smalltalk muss man sich auch erst gewöhnen. Im Grunde ist es etwas sehr angenehmes. Nach einem netten Plausch im Fahrstuhl fühlt man sich doch gleich irgendwie besser. Es ist in New York einfach der Schmierstoff in einem sonst sehr hektischen und stressigen Alltag. Die richtigen Reaktionen auf diese Form der Unterhaltung zu finden ist gerade für uns Deutsche aber nicht so einfach. Es kam mehrfach vor, dass ich nach meiner Antwort während einer Fahrstuhlunterhaltung in ein entsetztes Gesicht sah. Nur mit sofortigem Bedauern und der Erklärung, dass wir Europäer einfach kein Smalltalk kennen, konnte ich die ein oder andere unangenehme Situation wieder bereinigen.


Am Ende kann ich sagen, dass New York mich schwer beeindruckt hat. Man kann sich noch so viele Bilder und Filme ansehen: Selbst vor Ort zu sein und die Skyline mit eigenen Augen zu sehen ist einfach unbeschreiblich. Man muss dort gewesen sein um zu begreifen wie es ist. Ich kann inzwischen sehr gut nachvollziehen, dass diese Stadt für viele ein Sehnsuchtsort ist. Sie kann inspirieren und ihre unbändige Power ist ansteckend. Man muss aber auch gehörig aufpassen! Wer mit dieser Stadt nicht Schritt hält und ihr Tempo nicht aushält,  der wird von ihr gnadenlos plattgewalzt und niedergetrampelt. „If you can make it there…“ Naja, ihr wisst schon was ich meine… 😉

new York dominik neesen


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1 kommentar
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  • Matze24. Juli 2019 - 20:10

    Ein toller Blogpost mit vielen schönen Bildern. Ich war noch nie in NY, aber wie du schon schreibst, ist es ein Sehnsuchtsort. 🙂 Cheers Matzeantwortenabbrechen